Hyaluron Pulver

Hyaluronsäure-Pulver Herstellung und Anwendung

Author

Dr. Lisa Dinh

Lesedauer: 4:15 min

Letzte Änderung: 06.11.2019.

Hyaluronsäure-Pulver ist die Basis für Gels, Seren, Fluids, Cremes und Shampoos. Hersteller mischen das Pulver entweder nur mit Wasser oder fügen noch andere Stoffe zur Hautregeneration, manchmal auch Konservierungs- und Duftstoffe zu.

Bis in die 90 er Jahre wurde Hyaluronsäure aus tierischen Produkten, überwiegend aus Hahnenkämmen in sehr zeitaufwändigen Verfahren extrahiert. Diese Hyaluronsäure enthielt Teile tierischen Eiweißes, auf das Patienten immer wieder allergisch reagierten. Außerdem bestand das Risiko mit Krankheitserregern in Kontakt zu geraten.

Kaufempfehlung

Damit Hyaluron auch als Hautcreme hilft, muss es eine extrem kleine Molekülgröße besitzen. Das Hyaluron mit den kleinsten Molekülen wird Oligo-Hyaluron gennant und ist bisher die einzige Form, die ohne Unterspritzung in tiefe Hautschichten vordringen kann. 99 % aller Produkte auf dem Markt, verwenden Hochmolekulares Hyaluron, was bei äußerer Anwendung keinen Anti-Aging Effekt besitzt und lediglich Feuchtigkeit spendet. Leider ist Oligo-Hyaluron noch relativ teuer und es gibt nur wenige Produkte auf dem Markt. Im Moment sind die Ampullen von OJESH die beste Wahl.

Herstellung seit 1990

Ende der 90er Jahre fanden Wissenschaftler eine Möglichkeit, nichttierische Hyaluronsäure in einem biotechnologischen Verfahren herzustellen. Bei diesem Prozess werden Proteine aus Hefe fermentiert. Diese biotechnologisch hergestellte Hyaluronsäure ist wesentlich reiner und enthält keinerlei tierische Proteine oder Krankheitserreger, so dass Allergien gegen tierisches Eiweiß nicht mehr zu befürchten sind. Deshalb bezeichnen viele Hersteller Ihre Hyaluronsäure als “vegetarisch” oder “vegan”. Hahnenkamm-Extrakt ist zwar fast völlig vom Markt verschwunden, aber um jeden Zweifel auszuschließen, sollten Sie immer einen Blick auf die INCI-Liste, die Liste der Inhaltsstoffe werfen.

Man unterscheidet hochmolekulare (hohes Molekülgewicht) niedermolekulare (niedriges Molekülgewicht), und Oligo-Hyaluronsäure. Je kleiner die Moleküle und je niedriger das Molekülgewicht, das in Dalton gemessen wird, umso höher ist der Preis für das Pulver.

Preis für reine Hyaluronsäure

Reines Hyaluronsäure-Pulver wird in verschiedenen Molekülgrößen angeboten. Diese unterscheiden sich in ihrem molekularen Gewicht, das in Dalton gemessen wird. Der Preis für reines Hyaluronsäure-Pulver hängt vom Hyaluronsäure-Typ ab. Am günstigsten ist hochmolekulare Hyaluronsäure, deren Moleküle am größten sind und das größte Gewicht haben. Niedermolekulare Hyaluronsäure ist teurer - je geringer das Molekulargewicht, umso höher der Preis.

Am teuersten ist die Oligo-Hyaluronsäure, die erst vor ein paar Jahren entdeckt wurde, mit einem Molekulargewicht von weniger als 3 Kilo-Dalton. Sie ist in sehr hochpreisigen Seren oder Cremes enthalten. Der Kilo-Preis für Oligo-Hyaluronsäurepulver beträgt je nach Molekulargewicht zwischen 2 - 7 €/Gramm.

Wenn sie Hyaluronsäure-Pulver kaufen wollen, kaufen Sie bei einem EU-Händler, der strengen Richtlinien unterliegt. In den Verkaufsinformationen ist meist angegeben, dass es sich um nicht tierische Hyaluronsäure handelt, die in einem biochemischen Verfahren hergestellt wurde. Ebenso der Hyaluronsäure-Typ nach Molekulargewicht in Kilo-Dalton oder Dalton. 1 kD (Kilo - Dalton) = 1000 D (Dalton).

Hyaluroncreme selbst herstellen

Das Angebot an Hyaluronsäure-Gels, -Seren, oder -Cremes ist groß und schwer überschaubar, die Preise nicht gerade niedrig, weil man die teilweise hohen Gewinnspannen des Herstellers mitbezahlt und nicht deklariert wird, welche Hyaluronsäure und wie viel enthalten ist. Man kann aber Hyaluronsäure in Pulverform bestellen und selbst sein eigenes Serum, Gel oder auch Creme herstellen.

Schon mit 10 Gramm reicht man mehrere Monate und kann selbst mit Wasser ein Serum herstellen, von dem man genau weiß, wie hoch die Konzentration an Hyaluronsäure ist.

Und so funktionierts: Sie benötigen eine Briefwaage oder Feinwaage, eine hitzebeständige Schale oder Tasse, einen Teelöffel, einen kleinen Schneebesen, ein sauberes Gefäß aus Glas für die Creme und Latexhandschuhe. Desinfizieren Sie alle Gefäße und Instrumente, die Sie verwenden, in kochendem Wasser. Rühren Sie immer nur kleine Mengen an, so dass das Hyaluron-Gel nicht länger als eine Woche halten muss. Bewahren Sie Ihr Serum oder Gel an einem kühlen nicht zu warmen Ort oder im Kühlschrank auf.

Geben Sie 1 Gramm Hyaluron Pulver (ca 1 TL) in die Glasschale oder Tasse. Geben Sie dann unter ständigem Rühren langsam 20 - 30 ml Wasser dazu und rühren Sie so lange, bis ein glattes Serum ohne Klümpchen entsteht. Es ist immer möglich noch Wasser zuzugeben, falls das Gel zu dick ist. Wenn das Serum zu “wässrig” ist, müssten Sie Hyaluronsäurepulver nachträglich untermischen, was leicht zu Klümpchenbildung führt. Also ist es besser das Wasser sehr langsam und dosiert unter ständigem Rühren dazu zugeben. So können Sie die für Sie beste Konsistenz erhalten. Das Gel sollte nicht schnell von der Haut fließen, sondern als zähflüssige Blase auf der Haut liegen bleiben. Füllen Sie dann alles in ein ausgekochtes Glas- oder Porzellangefäß. Und schon ist Ihr selbst produziertes, biologisches, schadstofffreies Hyaluron-Serum oder -Gel fertig!

Dieses Rezept ist eine sehr einfache Variante. Wenn Sie Rosenduft lieben, können Sie statt Wasser auch Rosenwasser aus der Apotheke verwenden. Im Internet finden Sie verfeinerte Rezepte mit Hydrolat, Kaliumsorbat, Panthenol, Glycol usw. Wenn Sie zu trockener Haut neigen, können Sie zuerst das Serum oder Gel auftragen und nach einer Einwirkzeit eine fetthaltige Creme auftragen. Oder Sie mischen das Serum gleich mit Ihrer Lieblingscreme.

Orale Einnahme

Hyaluronsäurepulver kann man auch einnehmen. Das Pulver kann dafür mit Wasser oder Saft gemischt werden. Eine Tagesdosis von 400 mg = 0,4g ist ausreichend. In diesem Fall ist es aber besser Kapseln zu kaufen, da der Geschmack der Hyaluronsäure etwas unangenehm ist. Außerdem löst sich die Hülle der Cellulose-Umhüllung erst im Darm auf - dort, wo die Hyaluronsäure auch hingehört und über die Darmschleimhaut resorbiert wird.