Hyaluron Augentropfen Hyaluronsäure Augentropfen Vergleich und Kaufempfehlung

Produktvergleich zuletzt aktualisiert am 02.10.2020
Autor: Dr. Annika Mix
Datum: 02.10.2020
Lesezeit: 6:23 min

Augentropfen mit Hyaluronsäure sind der natürlichen Tränenflüssigkeit nachempfunden und haben sich bei trockenen, brennenden und gereizten Augen vielfach bewährt.

Hyaluronsäure versorgt das trockene Auge mit Feuchtigkeit und wirkt wohltuend und beruhigend. Gleichzeitig wirkt sie stabilisierend auf den natürlichen Tränenfilm. Diese Wirkung entfaltet sie ohne die Sehfähigkeit zu beeinträchtigen, indem sie sich als hauchdünner und glatter Film gleichmäßig über das Auge verteilt.

Was sind trockene Augen?

Viele Menschen leiden phasenweise oder auch chronisch an zu trockenen Augen. Bei schätzungsweise jedem fünften Patienten mit Augenbeschwerden ist die Diagnose Keratoconjunctivitis sicca. Dabei handelt es sich um ein Krankheitsbild aus der Augenheilkunde, das durch trockene Augen gekennzeichnet ist. Typische Symptome sind brennende oder gerötete Augen und ein schmerzhaftes Fremdkörpergefühl, deren Ursache in einer Störung des Tränenfilms liegt. Insgesamt sind zwischen 15 und 17 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland betroffen, weswegen diese Krankheit auch als Volkskrankheit eingestuft wird.

Die Ursachen und Ausprägungen einer Störung des Tränenfilms sind vielseitig. Eine zu geringe Produktion oder eine fehlerhafte Konsistenz der Tränenflüssigkeit kann folgende Gründe haben:

  • hormonelle Veränderungen bei Personen über 60 Jahren (insbesondere Testosteron)
  • langes arbeiten oder spielen an Bildschirmen
  • Kontaktlinsen
  • Umweltbelastung (verrauchte Luft)
  • Nebenwirkung verschiedener Medikamente, (Antihistaminika, Betablocker, Antidepressiva)
  • Aufenthalt in Räumen mit geringer Luftfeuchtigkeit (Klimaanlage)
  • Mangel an Vitamin A
  • Verletzungen der Hornhaut (auch nach Operation)

Worin auch immer die individuelle Ursache für ein trockenes Auge liegt, diese Störung führt dazu, dass die Augenoberfläche nicht mehr ausreichend befeuchtet wird. Hält dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an, kann es in der Folge zu einer Schädigung der Hornhaut und einem erhöhten Risiko für Infektionen kommen. Entzündungsprozesse können sich im Auge verstärken und zu einem irreparablen Schaden am Auge führen. Aus diesem Grunde sollte ein trockenes Auge stets behandelt werden.

Behandlung von trockenen Augen

Zur symptomatischen Behandlung von trockenen Augen werden sogenannte Tränenersatzmittel herangezogen, die das Auge mit der notwendigen Feuchtigkeit versorgen. Dabei ist eine lang andauernde Anhaftung an der Hornhaut gefordert, damit der Effekt möglichst lange anhält. Verschiedene Produkte für trockene Augen enthalten daher vor allen Dingen Fette, die sich sehr gut über die Augen legen. Sie haben aber den Nachteil, dass sie die Sicht ganz erheblich einschränken, weshalb diese Präparate vornehmlich vor dem Schlafen angewendet werden. Anders ist es bei Augentropfen und Augengels mit Hyaluronsäure, die das Auge nachhaltig mit Feuchtigkeit versorgt ohne die Sicht einzuschränken. Auch aufgrund ihrer Wirkungsweise sind hyaluronhaltige Präparate inzwischen sehr beliebt.

Wie wirkt Hyaluronsäure in Augentropfen

Hyaluronsäure ist eine Wohltat für trockene und brennende Augen. Sie befeuchtet die Augenoberfläche, also Horn- und Bindehaut und unterstützt dadurch auch die Regeneration, zum Beispiel nach einer Augenoperation. Da es sich um eine körpereigene Substanz handelt, ist Hyaluronan gut verträglich und verursacht selbst weder Allergien noch Unverträglichkeiten.

Hyaluronsäure ist den Mucinen des Tränenfilms sehr ähnlich. Dabei handelt es sich um Polypetidketten, die den Tränen ihre Viskosität verleihen. Über Wasserstoffbrückenbindungen kann sich Hyaluronsäure an diese Mucine anheften und so den Tränenfilm stabilisieren. Gleichzeitig vernetzten derartige Bindungen mehrere Hyaluronanketten untereinander. Durch diese Netzbildung und der Interaktion mit der natürlichen Tränenflüssigkeit erhöht sich die Verweildauer des Hyaluronans auf der Oberfläche der Hornhaut deutlich.

Bei mechanischer Belastung, wie sie beim Lidschlag erfolgt, lösen sich die Wasserstoffbrücken kurzzeitig, so dass die Viskosität der Flüssigkeit auf dem Auge abnimmt. Dabei kann sich die Hyaluronsäure gleichmäßig über dem Auge verteilen, neue Bindungen eingehen und so die Viskosität wieder erhöhen. Auf diese Weise entsteht ein hauchdünner Film über dem gesamten Auge, der es mit Feuchtigkeit versorgt und dabei gleichzeitig so gleichmäßig und dünn ist, dass er die Sicht nicht beeinträchtigt.

Diese einzigartige viskoelastische Eigenschaft der Hyaluronsäure bei gleichzeitig problemloser Verträglichkeit macht sie zu einem bewährten Bestandteil in Augentropfen.

Unterschiedliche Viskosität

Augentropfen mit Hyaluronsäure gibt es in unterschiedlicher Viskosität. Diese wird von zwei Faktoren bestimmt: der Konzentration und der Größe der Molekülketten. Je größer und höher konzentriert die Moleküle der Hyaluronsäure in der Augentropfenlösung sind, desto dichter verbinden sie sich und desto höher ist die Viskosität.

Allgemein gilt, je höher die Viskosität, desto effektiver wird das Auge mit Feuchtigkeit versorgt. Je trockener also das Auge ist, umso höher sollte die Viskosität des verwendeten Hyaluron-Präparates für das Auge sein. Bei sehr trockenen Augen und auch nach Operationen wird in der Regel ein Augengel mit Hyaluronsäure verwendet. Dieses hat eine deutlich höher Viskosität als Augentropfen und kann die Beschwerden schnell mildern. Bei geringeren Beschwerden kann auf ein weniger konzentriertes Präparat zurückgegriffen werden.

Eine Studie aus dem Jahr 2020 konnte an Mäusen zeigen, dass hochmolekulare Hyaluronsäure im Auge etwas besser wirkt als niedermolekulare. Für eine Wirksamkeit sollte die Konzentration bei mindestens 0,1 Prozent liegen. Diese Menge reicht bei geringen Beschwerden aus. Hochkonzentriertes Gel arbeitet mit Konzentrationen mit bis zu 0,4 Prozent.

Ein Problem ist allerdings, dass das verwendete Hyaluron nicht genauer benannt wird. Ebenso gibt es keine genaue Kennzeichnung darüber, wie viskos eine Augentropfenlösung ist. Die Angabe der Konzentration gibt zwar einen Hinweis, aber keine Gewissheit, da sie die Viskosität nicht allein bestimmt. Beim Kauf sollte daher in der Produktbeschreibung stets darauf geachtet werden, ob explizit mit sehr langkettigem hochmolekularem Hyaluron geworben wird.

Phosphate und Konservierungsmittel

Augentropfen bestehen in der Regel nicht nur aus Wasser und Hyaluronan. Manche Präparate enthalten andere pflegende Wirkstoffe wie Aloe Vera, Panthenol oder Omega-3-Fettsäuren. Diese Substanzen haben einen sinnvollen Nutzen und stellen in der Regel kein Problem dar.

Anders sieht es beim verwendeten Puffer aus. Augentropfen sollten eine physiologischen PH-Wert zwischen 7,1 und 7,5 aufweisen. Um diesen zu erhalten wird entweder ein Phosphat- oder ein Citratpuffer verwendet. Eine Metastudie aus dem Jahr 2015 konnte allerdings zeigen, dass es Hinweise darauf gibt, dass Hornhautverkalkungen mit chronisch verabreichten phosphatgepufferten Augentropfen korrelieren. Da diese in der Praxis allerdings recht selten vorkommt, werden Phosphatpuffer in Augentropfen nach wie vor als sicher eingestuft. Viele Experten gehen aber davon aus, dass die Menge an Phosphat in Augentropfen mit der Intensität von Nebenwirkungen korreliert. Achten Sie daher beim Kauf, insbesondere wenn eine ernste Erkrankung des Auges vorliegt, auf ein phosphatfreies Produkt.

Ein anderes Problem sind Konservierungsstoffe. Einige Hersteller verwenden sie in ihren Augentropfen, obwohl sie oft einen negativen Effekt auf die dünne Fettschicht im Tränenfilm besitzen. Auch beim Tragen von Kontaktlinsen, was grundsätzlich auch mit Augentropfen kein Problem darstellt, können Konservierungsstoffe dann doch zu einem Problem werden. Das liegt vor allen Dingen an der Verweildauer der Lösung auf der Hornhaut, die deutlich erhöht ist, wenn sie von einer Kontaktlinde überdeckt ist.

Da es von großer Wichtigkeit ist, eine Keimbelastung im Auge zu vermeiden, gibt es nur eine Alternative zu Konservierungsmittel: ein Behältnis, das Sterilität über einen längeren Zeitraum sicherstellt. So können Einzeldosen von Augentropfen in kleinen Plastikampullen verpackt sein, oder aber es werden spezielle Behältnisse mit Mehrfachdosierungen angeboten. Diese sind dann so konzipiert, dass keine Keime eindringen können. Achten Sie also beim Kauf auf eine derartige Verpackung der hyaluronhaltigen Augentropfen.

Nebenwirkungen

Hyaluronsäure ist eine milde und gut verträgliche natürliche Substanz, die dem menschlichen Körper durchaus bekannt ist. Sie selbst verursacht in der Regel keine Nebenwirkungen. Wenn doch Probleme, wie Rötung oder Juckreiz, auftreten sollten, so werden sie meist von anderen Inhaltsstoffen verursacht. Achten Sie deshalb immer auf den Vermerk “frei von Konservierungsstoffen und Phosphaten” und lesen Sie die Liste der Inhaltsstoffe sehr genau. Beachten Sie auch das Verfallsdatum - Hyaluronsäure sollte danach nicht mehr verwendet werden.

Zusammenfassende Tipps zur Kaufentscheidung

Augentropfen mit Hyaluron gibt es rezeptfrei in Apotheken, Drogeriemärkten und von Internet-Anbietern in verschiedenen Größen und Konzentrationen zu sehr unterschiedlichen Preisen. Achten Sie beim Kauf auf folgende Aspekte:

  • verwenden Sie eine höhere Konzentration nur bei starken Beschwerden
  • hoch konzentrierte Augengels eignen sich eher für die Nacht, Tropfen für den Tag
  • achten sie auf die Verwendung von hochmolekularer Hyaluronsäure
  • zusätzliche Wirkstoffe können enthalten sein
  • frei von Phosphaten und Konservierungsstoffen
  • Verpackung zur keimfreien Dosierung

Die erworbenen Tropfen können Sie nach Bedarf mehrmals täglich anwenden. Eine Überdosierung ist nicht möglich. Sollten die Beschwerden nicht innerhalb weniger Tage trotz regelmäßiger Anwendung nicht abklingen, sollte ein Augenarzt schwerwiegende Augenerkrankungen ausschließen.

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