Hyaluron oder Botox

Hyaluron oder Botox im direkten Vergleich

Author

Dr. Lisa Dinh

Lesedauer: 4:25 min

Letzte Änderung: 06.11.2019.

Viele Dermatologen, die sich auf kosmetische Faltenbehandlung im Bereich des Gesichts, des Halses und des Dekolletees spezialisiert haben, verwenden sowohl Hyaluron als auch Botox als Filler zur Faltenunterspritzung. Beide sind sehr effektive Mittel um Falten und Linien deutlich zu reduzieren.

Je nach Faltenart kann man sich für einen oder auch beide Stoffe entscheiden. Meist ist eine Kombination der beiden Stoffe notwendig um vor allem tiefe Falten zu reduzieren.

Kaufempfehlung

Damit Hyaluron auch als Hautcreme hilft, muss es eine extrem kleine Molekülgröße besitzen. Das Hyaluron mit den kleinsten Molekülen wird Oligo-Hyaluron gennant und ist bisher die einzige Form, die ohne Unterspritzung in tiefe Hautschichten vordringen kann. 99 % aller Produkte auf dem Markt, verwenden Hochmolekulares Hyaluron, was bei äußerer Anwendung keinen Anti-Aging Effekt besitzt und lediglich Feuchtigkeit spendet. Leider ist Oligo-Hyaluron noch relativ teuer und es gibt nur wenige Produkte auf dem Markt. Im Moment sind die Ampullen von OJESH die beste Wahl.

Die Behandlung mit Botox als auch mit Hyaluronsäure ist zeitlich begrenzt, da die Stoffe vom Körper wieder abgebaut werden. Sie müssen in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

Botox zur Faltenbehandlung

Bei Botox handelt es sich um ein Nervengift, das aus Botulin, dem Ausscheidungsprodukt des Bakteriums Clostridium botulinum hergestellt wird. Dieses Bakterium vermehrt sich in verwesendem tierischen Gewebe und in schlecht konserviertem Fleisch- und Wurstprodukten. Schon in geringsten Dosierungen ist Botulin tödlich.

Die faltenglättende Wirkung von Botulinumtoxin, Botox ist der Markenname, wurde bereits 1980 in den USA entdeckt und seitdem zur Faltenbehandlung eingesetzt. Das Nervengift, hemmt die Ausschüttung des Neurotransmitters Acetylcholin an den motorischen Endplatten. Das hat zur Folge, dass zwischen Nerv und Muskel kein Signal mehr übertragen wird und so die Kontraktion der für die Falten zuständigen Muskulatur geschwächt oder komplett gelähmt wird.

Die mimische Muskulatur, die sich unter unserer Gesichtshaut befindet, ermöglicht verschiedene Gesichtsausdrücke wie Lachen, Weinen, Unsicherheit, Konzentration, Ärger usw. Mit den Jahren werden diese Mimikfalten immer stärker, wie z.B. die Nasenfalte, die bei Ärger, Konzentration oder Anstrengung durch das Zusammenkneifen der Augen entsteht, wodurch oft einen unfreundlicher, strenger, böser Gesichtsausdruck entsteht. Viele Betroffene, vor allem Frauen, lassen sich deshalb immer häufiger kosmetisch behandeln.

Die Methoden zur Behandlung von Falten mit Botulinumtoxin, sind in den letzten Jahren immer mehr verfeinert worden. Botulinumtoxin wird mit einer sehr dünnen Nadel direkt in die mimische Muskulatur knapp unter der Haut im Abstand von wenigen Millimetern gespritzt. Durch das Nervengift kann der Muskel nicht mehr angespannt werden und schon nach 2 - 3 Tagen sind die Falten weniger ausgeprägt oder fast verschwunden. Der volle Effekt wird nach 2 Wochen sichtbar. Meistens tritt ein Taubheitsgefühl im Muskel auf, das aber nach wenigen Tagen verschwindet. Die Muskellähmung hält ca. 3 - 6 Monate an. Bei einer Wiederholung der Behandlung kann die Lähmung sogar ein bis zwei Jahre anhalten. Beschränkte sich früher der Einsatz auf Zornes- und Augenfalten, so lassen sich auch Stirnfalten und hängende Mundwinkel mit Botox vermeiden oder behandeln.

Unerwünschte Nebeneffekte

Leider kann es bei der Behandlung mit Botulinumtoxin bei zu hoher Dosierung zu Kopfschmerzen, trockenem Mund und Schluckbeschwerden kommen. Das Gift darf auch nicht in die Blutbahnen gelangen. Sollte dies der Fall sein, muss sofort ein Gegengift verabreicht werden. Häufig wird auch eine eingeschränkte, veränderte Mimik als unnatürlich und nicht angenehm empfunden. Deshalb ist es umso wichtiger zu einem erfahrenen Facharzt zu gehen. In Deutschland darf diese Methode der Faltenkosmetik nur von Hautärzten durchgeführt werden.

Faltenbehandlung mit Hyaluron

Faltenunterspritzungen mit Hyaluron werden schon seit vielen Jahren durchgeführt. Dabei wird hochkonzentrierte, sterile Hyaluronsäure als faltenfüllendes Material (oft Filler genannt) mit einer sehr feinen Nadel in die Haut injiziert.

Hyaluronsäure ist im Gegensatz zu dem Nervengift Botox ein körpereigener Stoff - transparent, flüssig und gelartig, mit der herausragenden Fähigkeit sehr viel Wasser zu binden. Sie befindet sich überall im Körper, im Bindegewebe, im Gallertkern der Bandscheiben, in allen Gelenken und im Glaskörper des Auges, wo sie für Formfestigkeit und Elastizität sorgt. Leider nimmt die körpereigene Hyaluronsäureproduktion bereits ab einem Alter von 25 Jahren ab und erste Linien und Fältchen werden sichtbar. In diesem Fall genügt es Hyaluronsäure in Form von Gel, Serum oder Creme zu verwenden. Bei tieferen Falten, Augenringen und Volumenverlust der Gesichtshaut, lässt sich mit Hyaluroninjektionen ein besserer Effekt erzielen, da die Hyaluronsäure so auch tiefer liegende Hautschichten erreicht.

Sie füllt von innen die körpereigenen Hyaluronreserven wieder auf und unterstützt die natürliche Hyaluronsäure- und Kollagenbildung. Sie bindet viel Feuchtigkeit und sorgt für mehr Volumen, Elastizität und Spannkraft. Linien und Falten werden sichtbar gemildert, fahle trockene Haut strahlt wieder. Obwohl synthetisch hergestellt, wird Hyaluronsäure vom Körper als körpereigener Baustein erkannt, vollständig absorbiert und sehr gut vertragen. Nebenwirkungen sind kaum bekannt. Wegen der guten Verträglichkeit kann es sehr gut mit anderen Stoffen zur Faltenbehandlung kombiniert werden.

Je nach Hautareal können kurz-, mittel- oder langkettige Hyaluronsäuren mit unterschiedlichem Molekulargewicht und unterschiedlichen Eigenschaften zum Einsatz kommen. Auch die Wirkdauer ist von der Art der Hyaluronsäure abhängig und beträgt zwischen 6 bis 12 Monate.

Unerwünschte Nebenwirkungen

Beachten Sie aber, dass es auch bei dieser Behandlung zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Beulen, Blue-lines und Blutergüssen kommen kann.

Fazit

Der Hauptunterschied zwischen beiden Fillern: Hyaluronsäure ist ein körpereigener Stoff, Botox ein Nervengift. Wenn Sie also Wert auf Natürlichkeit legen, ist Hyaluronsäure die bessere Lösung. Suchen Sie sich in jedem Fall einen erfahrenen Hautarzt, je nachdem, ob Sie nur mit Hyaluronsäure behandelt werden wollen, oder auch mit einer Kombination der beiden Filler zurecht kommen und kommunizieren Sie gleich bei der Vorbesprechung, wenn sie ausschließlich mit Hyaluronsäure behandelt werden wollen.